Rechtliches

Der Besitz von Abhörgeräten ist in Deutschland, ebenso wie in den meisten Ländern der EU, grundsätzlich gestattet. Dies bedeutet, dass der Erwerb von legal angebotenen Abhörgeräten im stationären Handel oder im Internet keine rechtlichen Konsequenzen für den Käufer hat. Allerdings sollte jeder Besitzer wissen, dass die Nutzung solcher Geräte nicht zwangsläufig erlaubt und unter Umständen sogar strafbar sein kann. Dies gilt vor allem dann, wenn die Vertraulichkeit der Worte verletzt wird, es sich also um sogenannte nicht öffentliche Worte handelt. Bei diesen vertraulichen Worten ist in Deutschland weder ein Abhören noch ein Aufzeichnen erlaubt. Dieses Vergehen stellt sogar laut § 201 StGB eine Straftat dar. Je nach Schwere des Vergehens können den Täter im Fall einer unerlaubten Abhörung nicht nur eine Geld- sondern auch eine Freiheitsstrafe drohen. Zudem ist es üblich, dass die Abhörgeräte im Fall einer Straftat als Beweisstück eingezogen werden.

Audioüberwachung

Aufgrund dieser rechtlichen Situation in Deutschland liegt also die Vermutung nahe, dass die Nutzung eines Abhörgerätes grundsätzlich untersagt ist. Dies ist jedoch nicht der Fall. Im Zusammenhang mit der Nutzung eines solchen Gerätes ist immer die Notwendigkeit der Nutzung zu überprüfen. So ist die Nutzung eines Babyfones, welches genau betrachtet auch ein Abhörgerät darstellt, bei Kleinkindern grundsätzlich erlaubt. Anders würde sich der Fall jedoch verhalten, wenn ein solches Babyfon zum Abhören von Angestellten ohne dessen Wissen genutzt würde. In diesem Beispiel liegt grundsätzlich ein Vergehen vor. Dabei gilt zu beachten, dass selbst der Versuch des Abhörens strafbar ist. Dies gilt jedoch nicht, wenn das Babyfon zufällig das Abhören ermöglicht, also beispielsweise Einbrecher durch das Abhören mittels eines solchen Abhörgerätes auf frischer Tat ertappt werden.

Zudem gilt auch zu beachten, dass unter Umständen staatliche Institutionen oder ähnliche Organisationen dazu berechtigt sind, einen Dritten ohne sein Wissen abzuhören. Hier hat jedoch eine genaue Prüfung und Abwiegung der öffentlichen Interessen sowie der persönlichen Rechte zu erfolgen.
Dies ist keine Rechtsberatung sondern nur meine persönliche Deutung.